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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

84.

1. Auf Jesus war prophezeit worden mit den Worten: ‚Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären’ 1. Wenn nämlich derjenige, von dem Isaias sprach, und mit Rücksicht auf den der Heilige Geist verkündete 2: ‚Siehe, der Herr selbst wird uns ein (wunderbares) Zeichen geben; siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären’, nicht von einer Jungfrau geboren werden wollte, wenn nämlich auch er gleich allen übrigen Erstgeborenen aus geschlechtlichem Verkehr geboren werden sollte, warum sprach Gott noch von einem (wunderbaren) Zeichen, an dem kein Erstgeborener teil hat? 2. Ja, das ist wirklich ein (wunderbares) Zeichen, und das Menschengeschlecht sollte ihm Glauben schenken, daß nämlich von jungfräulichem Schoße der Erstgeborene aller Geschöpfe 3 Fleisch annimmt und in der Tat ein Kind wird. Dies hat Gott durch den prophetischen Geist bald in dieser, bald in jener - euch bereits von [S. 139] mir mitgeteilten 4 - Weise vorausgenommen und vorherverkündet, damit man ihn erkenne bei seinem Erscheinen, wenn er in die Welt eintritt durch die Kraft und durch den Willen des Weltschöpfers. Auf solche Weise 5 ist auch Eva aus einer Rippe des Adam geworden, und auf die gleiche Weise, durch das Wort Gottes, wurden im Anfange alle übrigen Lebewesen. 3. Ihr aber wagt es, auch in diesen Punkten die von euren Ältesten beim Ägypterkönig Ptolemäus angefertigte Übersetzung abzuändern und behauptet, die Schrift laute nicht so, wie jene es übersetzt haben, sondern: ‚Siehe’, spricht er, ‚das junge Weib wird empfangen’, gerade als ob es eine besondere Erscheinung wäre, wenn ein Weib infolge geschlechtlichen Verkehres gebären sollte. Dies tun ja alle jungen Frauen mit Ausnahme der Unfruchtbaren; diese kann Gott aber auch, wenn er will, gebären lassen. 4. Denn die Mutter des Samuel, die nicht gebar, hat doch durch den Willen Gottes geboren 6, ebenso das Weib des heiligen Patriarchen Abraham 7 und Elisabeth, die Mutter Johannes“ des Täufers 8, und noch manche andere. Ihr dürft es daher nicht für unmöglich halten, daß Gott alles kann, was er will. Vor allem solltet ihr, da er etwas vorhergesagt hatte, es nicht wagen, die Prophezeiungen abzuändern oder falsch zu erklären; denn nur ihr selbst werdet den Nachteil haben, Gott aber werdet ihr nicht schaden.

1: Is. 7, 14.
2: Ebd.
3: Vgl. Kol. 1, 15.
4: Vgl. 63 f.
5: d.i. durch die Kraft und den Willen des Weltschöpfers.
6: 1 Kön. 1. 20.
7: Gen. 21, 2.
8: Luk. 1, 57.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger