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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

82.

1. Bei uns gibt es nämlich 1 noch bis auf [S. 136] den heutigen Tag prophetische Charismen. Daraus solltet auch ihr ersehen, daß sie von eurem Volke, wo sie ehedem waren, auf uns übertragen wurden. Wie es aber neben euren heiligen Propheten noch falsche Propheten gegeben hat, so gibt es auch jetzt bei uns viele falsche Lehrer. Vor diesen hat uns aber dereinst unser Herr gewarnt. Wir lassen uns darum in keiner Weise übertölpeln; denn uns ist klar, daß er vorauswußte, was nach seiner Auferstehung von den Toten und nach seiner Himmelfahrt uns geschehen werde. 2. Denn er hat es uns gesagt 2, daß wir werden getötet und gehaßt werden um seines Namens willen, und daß viele falsche Propheten und falsche Christusse in seinem Namen kommen und viele verführen werden. Und genau so ist es auch. 3. Viele haben nämlich in ihrer Spitzfindigkeit gottlose, blasphemische und sündhafte Lehren in seinem Namen vorgetragen; was der Teufel, der unreine Geist, ihrem Denken eingegeben hat, das haben sie gelehrt und lehren sie bis auf den heutigen Tag. Wir geben uns Mühe, diese wie euch umzustimmen und vom Irrtum abzubringen; denn wir wissen, daß ein jeder, der die Wahrheit sagen kann und sie doch nicht sagt, von Gott verurteilt werden wird gemäß der Versicherung, welche Gott durch Ezechiel gab 3: ‚Als Wächter habe ich dich aufgestellt für das Haus Juda. Wenn der Sünder sündigt, und du ihn nicht beschwörst, so wird er zwar wegen seiner Sünde zugrunde gehen, von dir aber werde ich fordern sein Blut; wenn du ihn aber beschworen hast, wirst du schuldlos sein.’ 4. Wenn wir nun uns bestreben, schriftgemäß zu sprechen, so tun wir es aus Furcht, nicht jedoch aus Habsucht oder Ehrsucht oder Sport; denn so etwas kann uns niemand vorwerfen. Wir wollen es ja nicht in unserem Leben den Führern eures Volkes gleichmachen, die Gott tadelt mit den Worten 4: „Eure Führer sind Diebsgenossen, sie lieben Geschenke und jagen dem Lohn nach.’ Wenn ihr aber auch unter [S. 137] uns Männer von solcher Gesinnung finden solltet, dann dürft ihr doch nicht gleich derentwegen die Schrift und Christus beschimpfen und falsch erklären.

1: Die Erwähnung des Propheten und Apostels Johannes gab Anlaß zur folgenden Ausführung.
2: Vgl. Matth. 10, 21 f.; 24, 5. 9. 11. 24.
3: Vgl. 3, 17-19; 33, 7-9.
4: Is. 1, 23.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger