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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

50.

1. Tryphon entgegnete: „Du scheinst mir mit vielen über all die fraglichen Punkte dich viel abgegeben zu haben und deshalb bereit zu sein, auf alles, was immer du gefragt wirst, Antwort zu geben. Zunächst beantworte mir nun die Frage: Wie kannst du beweisen, daß es neben dem Weltschöpfer noch einen Gott gibt? Dann sollst du beweisen, daß er durch die Jungfrau geboren werden wollte.“

2. Ich antwortete: „Zunächst gestatte mir, aus der Prophetie des Isaias einige Worte anzuführen, in denen von dem Vorläufer eben dieses unseres Herrn Jesus Christus, von Johannes, dem Täufer und Propheten, gesprochen wird!“ „Ich gestatte es.“

3. Ich sagte: „Isaias hat nun von dem Vorläufer Johannes also prophezeit 1: ‚Ezechias sprach zu Isaias: Gut ist das Wort, das der Herr sprach: Friede und Gerechtigkeit soll sein in meinen Tagen!’ Und (Isaias fährt fort) 2: ‚Tröstet das Volk! Ihr Priester, redet Jerusalem ins Herz und tröstet es, denn vorbei ist seine Erniedrigung! Nachgelassen ist seine Sünde, denn für seine Sünden hat es doppelte Vergeltung aus der Hand des Herrn erhalten. Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet die Wege des Herrn, machet gerade die Pfade unseres Gottes! Jedes Tal soll ausgefüllt, jeder Berg und jeder Hügel abgetragen werden! Alles, was krumm ist, soll gerade werden; was rauh ist, soll ebener Weg werden! Erscheinen wird die Herrlichkeit des Herrn; alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen, denn Gott hat gesprochen. 4. Eine Stimme sagte: Rufe! Und ich entgegnete: Was soll ich rufen? Alles Fleisch ist Gras, und alle Herrlichkeit des Menschen ist wie die Blume der Wiese. Die Wiese ist verdorrt, ihre Blumen sind abgefallen, das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Steige auf einen hohen Berg, der du Sion frohe Botschaft bringst! Erhebe mit Macht deine Stimme, Freudenbote Jerusalems! Erhebet die Stimme, fürchtet nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, euer Gott ist da; siehe, der Herr kommt mit Kraft und sein Arm mit Macht! Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Wirken vor ihm! Wie ein Hirte wird er weiden seine Herde und seine Lämmer mit seinem Arme zusammenführen und wird die trösten, welche empfangen haben wird. 5. Wer hat mit seiner Hand das Wasser, den Himmel mit der Spanne und die ganze Erde mit den Fingern gemessen? Wer hat die Berge nach dem Gewichte gewogen und die Waldtäler auf der Wage? Wer hat den Sinn des Herrn erkannt, und wer ist sein Berater gewesen, daß er ihn belehrt hätte? Mit wem ging er zu Rate, daß er ihn unterwiesen hätte? Wer zeigte ihm das Recht? Oder wer offenbarte ihm den Weg der Erkenntnis? Alle Völker sind dem Tropfen am Eimer und dem Neigen der Waagschale gleichgeachtet; gleich dem Auswurfe werden sie sein. Der Libanon reicht nicht hin zum Brennen, die vierfüßigen Tiere nicht zum Opfer, und alle Völker sind nichts, und für nichts sind sie geachtet worden’.“

1: 39, 8.
2: 40, 117.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger