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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

38.

1. Tryphon entgegnetet „Mein Herr, es wäre gut, wenn wir der Vorschrift der Lehrer, mit keinem von euch zu verkehren, gefolgt und uns auch mit dir jetzt nicht in dieses Gespräch eingelassen hätten. Denn viel Lasterhaftes sprichst du, da du uns überzeugen willst, daß dieser Gekreuzigte zu gleicher Zeit wie Moses und Aron gelebt und zu ihnen in einer Wolkensäule gesprochen hat, daß er ferner Mensch geworden und am Kreuze gestorben ist, daß er in den Himmel aufgefahren ist und wieder auf die Erde kommt, und daß er angebetet werden muß.“

2. Ich gab zur Antwort: „Ich weiß, daß, wie das Wort Gottes sagte, vor euch verborgen ist diese große Weisheit des Weltschöpfers und des allmächtigen Gottes 1. Daher habe ich Mitleid mit euch und gebe mir [S. 57] alle Mühe, daß ihr diese unsere ‚widersinnigen’ Lehren versteht, damit auf jeden Fall doch ich selbst am Tage des Gerichtes frei von Schuld bin. Ihr werdet nämlich noch andere Lehren hören, welche euch noch widersinniger erscheinen werden, aber laßt euch nicht irre machen! Werdet vielmehr recht willige Hörer und haltet aus im Forschen! Auf die Überlieferung eurer Lehrer aber achtet nicht! Denn es ist erwiesen, daß ihnen die Fähigkeit fehlt, das von Gott durch den Geist der Prophetie Geoffenbarte zu verstehen, und daß sie vielmehr es sich herausnehmen, ihre eigenen Lehren vorzutragen.

3. Im vierundvierzigsten Psalm ist nun auf Christus in ähnlicher Weise Bezug genommen mit folgenden Worten: ,Mein Herz strömt ein gutes Wort aus. Ich sage: meine Werke gelten dem König. Meine Zunge ist der Griffel eines schnellen Schreibers. An Schönheit übertriffst Du die Söhne der Menschen, Anmut ist ausgegossen über Deinen Lippen. Darum hat Gott Dich gesegnet in Ewigkeit. Umgürte Deine Hüften mit dem Schwerte, Gewaltiger! In Deiner Pracht und Schönheit rücke aus, gehe Wege des Glückes und herrsche um der Wahrheit, Milde und Gerechtigkeit willen! Wunderbar wird Dich Deine Rechte führen. Deine scharfen Geschosse, Gewaltiger, dringen in das Herz der Feinde des Königs, Völker werden unter Dir fallen. 4. Dein Thron, o Gott, ist in Ewigkeit der Ewigkeit. Ein Szepter der Gerechtigkeit ist das Szepter Deines Reiches. Du liebst Gerechtigkeit und hassest das Unrecht, darum hat Dich, o Gott, Dein Gott mit Öl der Freude gesalbt zur Auszeichnung vor Deinen Genossen. Myrrhe, Aloe und Kasia strömen aus von Deinen Gewändern, aus Elfenbeinpalästen, aus welchen Dich KönigsTöchter erfreuen in Deiner Majestät. Die Königin steht zu Deiner Rechten in golddurchwirktem Gewande, in bunter Pracht. Höre, Tochter, sieh und leihe mir dein Ohr und vergiß dein Volk und das Haus deines Vaters! Der König begehrt nach deiner Schönheit; denn er ist dein Herr, und man wird ihn anbeten. 5. Die Tochter von Tyrus ist unter den Geschenken; dein Antlitz werden anflehen die Reichen des [S. 58] Volkes. Alle Herrlichkeit der Königstochter ist im Innern, in goldenen Säumen ist sie gekleidet, in bunter Pracht. Jungfrauen werden zum König geführt, um ihm zu folgen; ihre Gefährtinnen werden dir vorgeführt. Vorgeführt werden sie in Freude und Jubel, sie werden geführt in den Tempel des Königs. An Stelle deiner Väter werden dir Söhne geboren; du wirst sie aufstellen als Fürsten über die ganze Erde. In allen Geschlechtern werde ich deines Namens gedenken; darum werden Völker dich preisen in Ewigkeit und in Ewigkeit der Ewigkeit.’

1: Vgl. 1 Kor. 1,21.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger