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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

28.

1. Da bemerkte Tryphon: „Schon vorhin haben wir mit Aufmerksamkeit auf diese deine Darlegung gehört; denn Aufmerksamkeit gebührt ihr in der Tat. Nicht möchte ich, wie so viele es tun, sagen: Gott hat es so gewollt. So lautet nämlich stets die Ausrede, wenn man auf eine Frage keine Antwort geben kann.“

2. Ich antwortete: „Ich gehe in meinen Beweisen und Darlegungen von der Schrift und der Geschichte aus; darum zögert und zaudert nicht, mir Glauben zu schenken, wenngleich ich nicht beschnitten bin! Eine kurze Zeit habt ihr jetzt noch, um euch uns anzuschließen. Nach der Ankunft Christi wird eure Reue und euer Weinen keinen Wert haben, denn er wird nicht auf euch hören. ,Brechet euch Neubruch um!’ hat Jeremias 1seinem Volke zugerufen, ,und säet nicht unter die Dornen! Beschneidet für den Herrn, beschneidet euch die Vorhaut eures Herzens!’ 3. Säet also nicht unter Dornen und nicht auf ungepflügtes Land; denn da gibt es für euch keine Frucht. Erkennet Christum, und sieh: ein schönes, neues Ackerland, schön und fett in euren Herzen! ,Denn siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich schauen werde auf alle, deren Vorhaut beschnitten ist, auf Ägypten, Juda, Edom und die Söhne Moabs; denn alle Völker sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel ist [S. 42] unbeschnitten am Herzen 2. 4. Wie ihr sehet, will Gott nicht diejenige Beschneidung, welche als Zeichen gegeben worden ist; denn weder den Ägyptern, noch den Söhnen Moabs, noch den Söhnen Edoms ist sie von Nutzen. Ja selbst wenn einer ein Skythe oder ein Perser ist, aber die Erkenntnis Gottes und seines Gesalbten hat und die ewigen Rechtssatzungen beobachtet, so ist er recht beschnitten und hat Nutzen von der Beschneidung und wird von Gott geliebt, und Gott hat Freude an seinen Gaben und Opfern. 5. Ich will euch, meine Freunde, von Gott selbst Worte anführen; er hat sie dereinst durch Malachias, einen der zwölf Propheten, zu seinem Volke gesprochen. Sie lauten 3: ‚Mein Wille ist nicht bei euch, spricht der Herr, und nicht nehme ich eure Opfer aus eurer Hand; denn vom Aufgange der Sonne bis zum Untergange ist mein Name verherrlicht unter den Heiden, und an jeglichem Orte wird meinem Namen ein Opfer, und zwar ein reines Opfer dargebracht, weil mein Name geehrt wird unter den Heiden, spricht der Herr, während ihr ihn entehrt.’ 6. Und durch David 4 sprach er: ,Ein Volk, das ich nicht kannte, diente mir, auf das Wort folgte es mir.’

1: 4,3-4.
2: Jer. 9,25.26. Vgl. Theol. Quartalschr. 1915, S. 499 ff.: Ph. Haeuser, Barnabas 9,6 u. Jer. 9,25 f.
3: Mal. 1,10-12.
4: Ps. 17,44.45.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger