Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

17.

1. Die übrigen Völker lassen sich nämlich nicht zu diesem Unrecht gegen uns und Christus in gleicher Weise hinreißen wie ihr, die ihr die Schuld daran traget, daß auch sie gegen den Gerechten und gegen uns, seine Nachkommen, eine vorgefaßte schlechte Meinung haben. Denn nachdem ihr ihn, den allein unbescholtenen und gerechten Mann, gekreuzigt hattet, durch dessen Striemen diejenigen geheilt werden, die durch ihn zum Vater kommen, nachdem ihr ferner erkannt hattet, daß er gemäß den prophetischen Offenbarungen [S. 26] von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, da habt ihr nicht nur eure Freveltaten nicht bereut, sondern habt jetzt auserlesene Männer aus Jerusalem ausgesucht und sie in alle Welt ausgeschickt, um zu verkünden, im Christentum sei eine gottlose Sekte entstanden, und um die Anklagen gegen uns zu erheben, welche gegen uns alle diejenigen vorbringen, die uns nicht kennen. Darum seid ihr nicht nur schuld an dem Unrecht, das ihr selber tut, sondern auch an dem, das alle anderen Menschen überhaupt begehen. 2. Mit Recht ruft Isaias aus: ‚Eueretwegen wird mein Name gelästert unter den Heiden’ 1, und: ,Wehe ihrer Seele, weil sie einen schlimmen Plan gegen sich selbst gefaßt haben, indem sie sagten: Lasset uns den Gerechten fesseln, denn er ist uns lästig! Daher sollen sie die Früchte ihrer Werke essen. Wehe dem Sünder! Schlimmes wird ihm widerfahren wegen der Werke seiner Hände’ 2. Wiederum sagt er an anderer Stelle 3: ,Wehe denen, die ihre Sünden wie an einem langen Stricke und ihre Laster wie am Jochseile eines jungen Rindes nach sich ziehen und sagen: schnell nahe er sich und der Ratschluß des heiligen Israel komme, damit wir ihn kennen! Wehe denen, welche das Schlechte gut und das Gute schlecht nennen, die das Licht für Finsternis und die Finsternis für Licht ausgeben, das Bittere süß und das Süße bitter machen!’ 3. Ihr habt euch also bemüht, daß gegen das allein tadellose und gerechte Licht, das den Menschen von Gott geschickt war, die bitteren Vorwürfe der Finsternis und des Unrechtes in der ganzen Welt erhoben wurden. Lästig schien er eben euch zu sein, da er bei euch es mit lauter Stimme predigte: ‚Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht’ 4; und die Tische der Geldwechsler im Tempel stieß er um. 4. Und er rief: ,Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verzehntet die [S. 27] Minze und die Raute, auf Liebe zu Gott aber und au£ Recht achtet ihr nicht. Ihr übertünchten Gräber, die ihr außen Schön erscheint, innen aber voll Totengebein seid!’ 5 Den Schriftgelehrten ruft er zu: ,Wehe euch, ihr Schriftgelehrten! Denn ihr habt die Schlüssel, kommt aber selbst nicht hinein und seid ein Hindernis am Eingang!’ 6,Ihr blinden Führer!’ 7

1: Is. 52,5.
2: Ebd. 3,9-11.
3: Ebd. 5,18-20.
4: Matth. 21,12; Luk. 19,46; vgl. Is. 56,7 u. Jer. 7,11.
5: Matth. 23,23.27; Luk. 11,42.
6: Matth. 23,13; Luk 11,52.
7: Matth. 23,16.24.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung

Navigation
. . Mehr
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . 24.
. . 25.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger