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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

139.

1. Noch ein anderes Geheimnis wurde zur Zeit des Noe prophezeit. Ihr kennt es nicht: Es ist folgendes:

Während Noe zwei seiner Söhne segnete, spricht er den Fluch aus über (Chanaan), den Sohn seines [S. 226] Sohnes 1. Denn den Sohn (Cham), der mit den Brüdern von Gott gesegnet worden war 2, wollte der prophetische Geist nicht verfluchen 3; er hat vielmehr erst bei dessen Sohn den Fluch beginnen lassen, da er wollte, daß an allen Nachkommen seines Sohnes, der über die Entblößung sich lustig gemacht hatte, die Sünde bestraft werde. 2. In den Worten, die Noe sprach, sagte er vorher, daß die Nachkommen des Sem die Besitzungen und Wohnungen des Chanaan erhalten werden, daß aber andererseits die Nachkommen des Japheth die Besitzungen und Wohnungen erhalten werden und bekommen haben, daß die Japhethiten die Semiten berauben werden, gleichwie diese besitzen werden, was sie den Söhnen Chanaans abnehmen.

3. So geschah es auch. Vernehmet! Ihr nämlich, die ihr euer Geschlecht von Sem ableitet, habt gemäß dem Willen Gottes das Land der Söhne Chanaans angegriffen und in Besitz genommen. Daß andererseits die Söhne Japheths, um Gottes Strafgericht zu vollziehen, euch angegriffen, euer Land erobert und besetzt haben, ist offenkundige Tatsache.

Die Schrift erzählt hierüber also 4: ‚Noe aber erwachte aus dem Weine und merkte, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte. Da sprach er: Verflucht sei der junge Chanaan, Knecht soll er sein seinen Brüdern! Und er fuhr fort: Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems, und Chaanan sei sein (Sems) Diener! Es breite der Herr Japheth aus, und er wohne in den Häusern Sems, und Chanaan sei sein Diener!’

4. Während nun von den zwei gesegneten Völkern, den Nachkommen Sems und Japheths, zuerst die Semiten, wie wir wissen, die Wohnungen Chanaans eroberten, sodann die Japhethiten, wie vorhergesagt worden war, den Semiten den eroberten Besitz abnahmen, während beiden Völkern das eine Volk der Chanaaniten in [S. 227] Knechtschaft übergeben wurde, ist Christus in der Kraft des allmächtigen Vaters gekommen, um Freundschaft, Segen, Sinnesänderung, brüderliches Zusammenleben zu verkünden 5 für die Zeit, da alle Heiligen zusammen in dem Lande wohnen, dessen Besitz er, wie gezeigt worden ist 6, verheißen hat. 5. Die Menschen aller Länder, seien sie Sklaven, seien sie Freie, wissen nun, daß sie zugleich mit Christus in jenem Lande wohnen und die ewigen, unvergänglichen Güter erben werden, wenn sie an ihn glauben und die von ihm und seinen Propheten gelehrte Wahrheit erkannt haben.

1: Gen. 9, 25-27.
2: Ebd. 9, 1.
3: trotz seiner Sünde (Gen. 9, 22).
4: Gen. 9, 24-27.
5: Vgl. Dial. 134, 4.
6: Vgl. ebd. 51, 2; 81, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger