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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

133.

1. Trotz dieser und aller ähnlicher eigenartigen und wunderbaren Geschehnisse, die ihr zu verschiedenen Zeiten erfahren und geschaut habt, müßt ihr [S. 217] euch von den Propheten den Vorwurf machen lassen, eure eigenen Kinder den Dämonen geopfert zu haben 1 und zu all dem so schandbar gegen Christus vorgegangen zu sein und noch vorzugehen. Doch möge Gott und sein Christus euch allen trotzdem Gnade und Erlösung schenken!

2. Durch den Propheten Isaias 2 hat nämlich Gott, da er euer Tun voraus wußte, folgende Fluchworte ausgesprochen: ‚Wehe ihrer Seele! Einen schlimmen Plan haben sie wider sich gefaßt, da sie sagten: Lasset uns den Gerechten fesseln, da er uns lästig ist! Darum sollen sie die Frucht ihrer Werke essen. Wehe dem Sünder! Schlimmes wird ihm widerfahren wegen der Werke seiner Hände. Mein Volk, eure Häscher berauben euch, und die Gläubiger werden über euch herrschen! 3. Mein Volk, die, welche euch glücklich preisen, betrügen euch und verderben die Pfade, auf denen ihr wandelt! Doch nun wird er vor Gericht rufen sein Volk, und der Herr selbst wir im Gerichte auftreten mit den Ältesten des Volkes und seinen Fürsten. Warum habt ihr Feuer gelegt an meinen Weinberg? Warum beraubt ihr den Armen in euren Häusern? Warum tut ihr unrecht meinem Volke und habt ihr Schmach gebracht über die Niedern?’

4. In noch anderen Worten sprach derselbe Prophet denselben Gedanken aus 3: ‚Wehe denen, die ihre Sünden wie an einem langen Stricke und ihre Laster wie am Jochseile eines jungen Rindes nach sich ziehen und sagen: Schnell nahe er sich, und der Ratschluß des heiligen Israel komme, damit wir ihn kennen! Wehe denen, welche das Schlechte gut und das Gute schlecht nennen, welche das Licht für Finsternis und die Finsternis für Licht ausgeben, das Bittere süß und das Süße bitter machen! Wehe denen, welche bei sich selbst weise sind und vor ihren eigenen Augen verständig! 5. Wehe euren Helden, den Weintrinkern, den Mächtigen, denen, die berauschenden Trank mischen, die [S. 218] gegen Geschenke den Sünder gerecht machen und das Recht des Gerechten aufheben! Darum gleich wie Streu von feuriger Kohle entzündet und von Feuerflamme verbrannt wird, wird ihre Wurzel wie Staub sein und ihre Blume wie Staub aufwirbeln. Denn nicht wollten sie das Gesetz des Herrn Sabaoth, sondern sie haben scharf gemacht das Wort des Herrn, des heiligen Israel. Und der Herr Sabaoth wurde erzürnt, streckte seine Hand wider sie aus und schlug sie und wurde zornig wider die Berge. Ihre Leichen wurden wie Kehricht der Gasse mitten unter ihnen. Trotz all dem haben sie sich nicht bekehrt, sondern ihre Hand bleibt noch erhoben.’

6. Noch ist ja fürwahr eure Hand erhoben, um zu sündigen. Denn Christus habt ihr getötet und kennt trotzdem keine Reue. Aber auch uns, die wir durch Christus an Gott, den Vater des Weltalls, glauben, mordet ihr in eurem, Hasse, so oft ihr die Macht dazu erhaltet. Immer und immer wieder verflucht ihr 4 Christus selbst und seine Anhänger, obwohl wir alle für euch und die ganze Menschheit überhaupt beten gemäß der Lehre, welche uns unser Christus und Herr gegeben hat, der uns aufforderte 5, für die Feinde zu beten, diejenigen zu lieben, welche uns hassen, und diejenigen zu segnen, welche uns verfluchen.

1: Vgl. 19, 6.
2: 3, 9-15.
3: 5, 18-25.
4: Vgl. 16, 4.
5: Matth. 5, 44; Luk. 6, 27 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger