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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

128.

1. Daß Christus, der Herr, Gott und Sohn Gottes, der einst wunderbar sich offenbarte als Mann und Engel, auch in Feuerpracht wie im Dornstrauch so beim Gerichte über Sodoma erschienen ist, wurde oben 1 ausführlich dargelegt. Doch erzählte ich noch einmal all das, was ich bereits oben im Anschluß [S. 210] an das Buch Exodus sowohl über die Erscheinung im Dornstrauch als auch über die Benennung mit dem Namen Jesus geschrieben habe.

2. Dann fuhr ich fort: „Ihr Männer, glaubet nicht, daß ich aus Geschwätzigkeit hierüber wiederholt spreche! Ich tue es vielmehr, weil ich weiß, daß einige diese Schriftstellen für sich beanspruchen wollen und behaupten, die Kraft, welche vom Vater aller ausgegangen und dem Moses, Abraham oder Jakob erschienen ist, werde, wenn sie zu den Menschen sich herablasse und ihnen verkünde, was vom Vater kommt, Engel genannt, sie heiße Herrlichkeit, da sie bisweilen in unfaßbarer Pracht erscheine, heiße dann und wann Mann und Mensch, wenn sie gemäß dem Willen des Vaters in solchen Gestalten sich offenbare. Sie geben der Kraft den Namen Logos, da sie den Menschen die Worte des Vaters übermittle. 3. Diese Kraft soll vom Vater nicht getrennt oder geteilt werden können, gleichwie das auf Erden leuchtende Licht der Sonne - so sagen sie - von der Sonne, die am Himmel steht, nicht getrennt oder geteilt werden könne; zugleich mit dem Untergang der Sonne verschwinde auch das Licht. So entsendet der Vater nach ihrer Lehre, so oft er will, seine Kraft und zieht, so oft er will, dieselbe zu sich zurück. Sie predigen, daß er auf die gleiche Weise auch die Engel ins Dasein rufe. 4. Daß es nun jedoch Engel gibt, die immer bleiben und sich nicht in jenes Wesen, aus dem sie geworden sind, auflösen, ist bewiesen 2. Daß die erwähnte Kraft, welche von dem prophetischen Worte - wie oft gezeigt worden ist - Gott und Engel genannt wird, nicht gleich dem Sonnenlichte nur dem Namen nach (für sich) besteht, sondern tatsächlich für sich existiert, habe ich im vorhergehenden 3 kurz auseinandergesetzt, da ich erklärte, diese Kraft sei vom Vater durch dessen Macht und Willen erzeugt worden, nicht jedoch sei sie abgetrennt worden, so daß das Wesen des Vaters geteilt worden wäre gleich allem andern, das dann, wenn es geteilt und getrennt wird, nicht [S. 211] dasselbe ist wie vor der Trennung. Auch hatte ich das Beispiel angeführt; wenn wir auch sehen, daß die Feuer, welche an einem andern entzündet wurden, eigene Feuer sind, so wird doch jenes Feuer, an welchem viele entzündet werden können, keineswegs weniger, es bleibt im Gegenteil dasselbe.

1: 56-60.
2: Vgl. 85, 4.
3: 56, 11; 61, 1 f.; 100, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger