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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

124.

1. Da ich sah, daß sie sich über meine Erklärung, wir seien auch Kinder Gottes, aufregten, kam ich ihrem Fragen zuvor und sagte: „Ihr Männer, höret: Der Heilige Geist erklärt von unserem Volke, alle seien Söhne des Allerhöchsten, und unser Christus selbst werde ihrer Versammlung beiwohnen als Richter der Menschen eines jeden Geschlechtes. 2. Die von David verkündeten Worte lauten nach eurer Übersetzung also 1: ‚Gott stand in der Versammlung von Göttern, in ihrer Mitte hält er über die Götter Gericht. Wie lange richtet ihr unrecht und nehmet ihr Rücksicht auf Sünder? Sprechet recht dem Waisen und Armen! Schaffet Recht dem Niedern und Dürftigen! Befreiet den Dürftigen und erlöset den Armen aus der Hand des Sünders! Sie hatten kein Verständnis und keine Erkenntnis, in Finsternis wandeln sie. Alle Grundfesten der Erde werden erschüttert werden. Ich sprach: Götter seid ihr und Söhne des Höchsten alle. Aber wie ein Mensch sterbt ihr und fallet wie einer der Fürsten. Stehe auf, Gott! Richte die Erde! Denn Erbe wirst du sein bei allen Völkern.’ 3. In der Septuaginta jedoch heißt es: ‚Siehe nun, wie Menschen 2 sterbet ihr und fallet wie einer der Fürsten’; sie will hinweisen auf den Ungehorsam der Menschen, das ist von Adam und Eva, und auf den Fall des einen der Fürsten, das ist jenes, der den Namen Schlange führt, und der tief gefallen ist, da er Eva verführte. 4. Ich habe aber jetzt nicht wegen der Variante das Wort zitiert. Ich will vielmehr euch zeigen, daß die Menschen zwar vom Heiligen Geiste getadelt werden, daß sie aber (dereinst) zur Gottähnlichkeit, zur Freiheit von Leiden und Tod - vorausgesetzt, daß sie Gottes Gebote halten - erschaffen worden waren und die Würde erhalten hatten, von ihm Söhne Gottes genannt zu werden. Zeigen will ich vielmehr, daß sie (erst) dadurch, daß sie Adam und Eva ähnlich werden, sich den Tod erwirken. Lassen wir darum die Übersetzung des Psalmes, so wie ihr sie wollt! Es ist durch den Psalm bewiesen, daß die Menschen gewürdigt worden sind, Götter zu werden, daß sie alle durch ihre Würde Söhne des Höchsten haben werden können, daß sie (aber) selbst schuld daran sind, wenn sie gleich Adam und Eva werden gerichtet und verurteilt werden. Daß der Geist aber Christus auch Gott nennt 3, wurde schon wiederholt dargetan 4.“

1: Ps. 81.
2: Codex R der LXX liest ἄνθρωπος statt ἄνθρωποι
3: Vgl. die Psalmworte: „Steh auf, Gott! Richte die Erde!“
4: Vgl. 56.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger