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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

13.

[S. 19] 1. Isaias 1 schickte euch ja doch nicht in ein Bad, damit ihr dort den Mord und die anderen Sünden abwaschet. Nicht einmal alles Wasser des Meeres würde genügen, euch zu reinigen. Jenes heilsame Bad, das er meinte, war vielmehr, wie natürlich, von jeher das, welches diejenigen erhalten, die Buße tun und die nicht mehr durch das Blut von Böcken und Schafen oder durch die Asche einer jungen Kuh oder durch Opfer von Weizenmehl, sondern mittels des Glaubens durch das Blut Christi und seinen Tod sich reinigen. Daß Christus aus diesem Grunde gestorben ist, sagte Isaias selbst mit folgenden Worten 2: 2. ,Der Herr wird kundtun seinen heiligen Arm vor allen Völkern, und alle Völker und die Grenzen der Erde werden das Göttliche Heil sehen. Zurück, zurück, zurück, geht fort von hier! Berühret nicht Unreines! Ziehet weg aus dessen Mitte, sondert euch ab, die ihr die Gefäße des Herrn traget, denn nicht wandelt ihr in Aufregung! Der Herr wird ja vor euch hergehen, und der Herr Gott Israel ist es, der euch sammelt. Siehe, Verständnis wird haben mein Knecht, sehr wird er erhöht und verherrlicht werden. 3. Gleichwie viele über dich staunen werden — so sehr wird vor Menschen deine Schönheit und deine Ehre schwinden —, so werden viele Völker über ihn sich wundern, und Könige werden schließen ihren Mund; denn die, welchen keine Kunde von ihm gebracht wurde, werden ihn schauen, und die, welche nichts von ihm gehört haben, werden verstehen. Herr, wer glaubte unserer Predigt? Wem wurde der Arm des Herrn offenbar? Vor ihm haben wir gepredigt als Knecht, als Wurzel in dürstender Erde 3. 4. Nicht besitzt er Gestalt, nicht Ehre. Wir sahen ihn: er hatte weder Gestalt noch Schönheit, seine Gestalt war entehrt; sie war nichts neben den Menschenkindern. Er ist ein Mann der Wunden, mit Siechtum vertraut, denn abgewendet ist sein Angesicht, geschmäht und verachtet Dieser trägt unsere Sünden und leidet um unsertwillen, [S. 20] und wir merkten, daß er in Mühe, Leid und Bedrängnis lebe. 5. Dieser wurde verwundet um unserer Sünden willen und ist zerschlagen wegen unserer Vergehungen. Die Züchtigung zu unserem Frieden ist auf ihm, durch seine Striemen wurden wir geheilt. Wir alle gingen irre gleich Schafen, der Mensch verirrte sich auf seinem Wege. Der Herr gab ihn hin für unsere Sünden, und er öffnet trotz seiner Leiden nicht seinen Mund. Wie ein Lamm wurde er zur Schlachtbank geführt, und gleich dem Lamme vor seinem Scherer ist er stumm und öffnet nicht seinen Mund. 6. In seiner Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Wer wird sein Geschlecht aufzählen? Denn losgerissen ist sein Leben von der Erde, das Unrecht meines Volkes führt ihn in den Tod. Ich werde ihm die Gottlosen geben zum Lohne für sein Grab und die Reichen zum Lohne für seinen Tod, weil er kein Unrecht tat und keine List in seinem Munde gefunden wurde. Der Herr will ihn reinigen von seinem Leiden. Wenn ihr opfert für die Sünde, werdet ihr langlebende Nachkommenschaft sehen. 7. Der Herr will verringern seine Mühe, ihm Licht zeigen, ihn mit Verständnis ausstatten und rechtfertigen, da er vielen gute Dienste erwiesen hat. Unsere Sünden wird er selbst tragen. Daher werden viele sein Erbe sein, und er wird die Beute der Starken verteilen dafür, daß er in den Tod dahingegeben, unter die Sünder gezählt wurde, die Sünden vieler trug und ihres Unrechts wegen ausgeliefert wurde. 8. Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebärst, juble und rufe du, die du nicht Geburtswehen hast, da zahlreich sind die Kinder der Verlassenen, zahlreicher als die der Verheirateten. Denn es sprach der Herr: Mache breit den Platz für deine Hütte und dein Zelt, mache sie fest, ohne zu sparen, mache lang deine Seile und stark deine Pflöcke, nach rechts und nach links spanne aus! Heiden werden das Erbe deiner Nachkommenschaft sein, und verödete Städte wirst du bewohnen lassen. 9. Fürchte dich nicht, weil du verachtet wurdest, noch sei in Sorge, weil du geschmäht wurdest! Denn die Verachtung wirst du für ewig vergessen und der Schmach deines Witwenstandes wirst du nicht gedenken. Der Herr hat sich ja einen [S. 21] Namen gemacht, und dein Erlöser, der Gott Israel selbst, wird auf der ganzen Erde genannt werden. Einem verlassenen und kleinmütigen Weibe, einem Weibe von Jugend an verhaßt, glichest du, da dich der Herr berufen hat.’

1: 1,16.
2: 52,10-54,6.
3: Vgl. Dial. 42,2 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger