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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

118.

1. Es wäre also besser, wenn ihr eure Streitlust aufgeben und euch bekehren würdet, ehe noch der große Tag des Gerichtes kommt 1, an welchem alle aus euren Stämmen, die unseren Christus durchbohrt haben, klagen werden, wie die Schrift vorausgesagt hat 2, und wie ich dargelegt habe 3.

Ich habe ausgeführt 4, daß der Herr geschworen hat ‚nach der Ordnung des Melchisedech …’5, und habe erklärt, was damit vorausgesagt worden ist. Ich habe oben erwähnt 6, daß auf Christi Grab und Auferstehung [S. 192] durch die Prophezeiung des Isaias hingewiesen worden war, der gesagt hatte 7: ‚Sein Grab ist fortgenommen aus der Mitte.’ Daß eben unser Christus der Richter aller Lebendigen und Toten sein wird 8, habe ich wiederholt erklärt 9. 2. Auch Nathan hat von ihm gesprochen, wenn er dem David verkündete 10: ‚Ich werde ihm zum Vater sein, und er wird mein Sohn sein; fürwahr, nicht werde ich an ihm handeln wie an seinen Vorfahren und meine Barmherzigkeit von ihm nehmen; ich werde ihn auftreten lassen in meinem Hause und in seinem Reiche in Ewigkeit.’ Nur gerade ihn und keinen anderen bezeichnet Ezechiel 11 als Führer im Hause. Er nämlich ist der auserwählte Priester und ewige König, der Christus, da er Sohn Gottes ist. Glaubet es: nach der Lehre des Isaias und der übrigen Propheten werden bei der Wiederkunft Jesu nicht Opfer von Blut oder Spenden auf dem Altare dargebracht, sondern wahre, geistige Lobpreisungen und Danksagungen! 12

3. Mit gutem Grunde glauben wir an Jesus. Die uns diesen Glauben lehrten, haben uns nicht getäuscht. Ja, es war gerade der Wille der wunderbaren Vorsehung Gottes, daß wir dank der Berufung zum neuen 13 und ewigen 14 Bund, das ist durch Christus, an Weisheit und Gottesverehrung wie sich zeigte euch übertreffen, die ihr in der Einbildung, nicht jedoch in der Tat Gott liebet und weise seid. 4. Unter Staunen verkündete Isaias 15: ‚Könige werden ihren Mund schließen, denn sehen werden die, denen nicht von ihm erzählt wurde, und verstehen werden, die nicht gehört haben. Herr, wer glaubte unserer Predigt? Wem wurde der Arm des Herrn geoffenbart?’

O Tryphon“, fuhr ich fort, „hiermit möchte ich [S. 193] kurz und bündig und soweit wie möglich wiederholen um derentwillen, welche heute mit dir gekommen sind.“

5. Tryphon entgegnete: „Du tust gut daran. Du sollst wissen, daß, wenn du auch öfter das gleiche wiederholst, ich und meine Genossen uns doch freuen, dich zu hören.“

1: Vgl. Mal. 4, 5.
2: Zach. 12, 10, vgl. Joh. 19, 37; Offenb. 1, 7.
3: Vgl. 14, 8; 32, 2; 64, 7.
4: Vgl. 33,2. – Die nun folgenden Zitate sollen die Erklärung des Zachariaszitates bestätigen (vgl. besonders das Wort an den Hohenpriester Jesus: „Du wirst richten mein Haus“ Zach. 3,7).
5: Ps. 109, 4.
6: 97, 2.
7: 57, 2.
8: Vgl. Dan. 7, 26; Apg. 10, 42; 2 Tim. 4, 1; 1 Petr. 4, 5.
9: Vgl. 46, 1; 49, 2.
10: 2 Kön. 7, 14-16.
11: Vgl. 44, 3.
12: εὐχαριστίαι
13: Vgl. Jer 31, 31.
14: Vgl. Is. 55, 3; 61, 8; Jer 32, 40; Hebr 13, 20.
15: 52, 15 - 53, 1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger