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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

116.

1. Doch um euch von der Offenbarung über den Heiligen Jesus Christus zu berichten, nehme ich das Wort (des Zacharias) wieder auf. Ich erkläre, daß auch jene Offenbarung für uns erfolgt ist, die wir an unseren gekreuzigten Hohenpriester Christus glauben. Wenn 1 wir auch in Unzucht und überhaupt in schmutzigem Tun dahinlebten, so haben wir doch durch die Gnade, welche unser Jesus gemäß dem Willen seines Vaters uns gegeben hat, alle schmutzigen Sünden, mit denen wir bekleidet waren, ausgezogen. Wider uns ist als ständiger Widersacher der Satan aufgetreten, und alle will er zu sich hinüberziehen. Der Engel Gottes, das ist die Kraft Gottes 2, welche uns durch Jesus Christus gesandt ist, weist ihn zurecht, und er wendet sich von uns ab. 2. Wie aus einem Feuer sind wir gerettet, da wir befreit wurden sowohl von unseren früheren Sünden als auch von der Drangsal und dem Brande, welche uns der Satan und alle seine Diener bereiten. Wiederum Jesus, der Sohn Gottes rettet uns aus deren Händen. Für den Fall daß wir seine Gebote beobachten, versprach er, uns mit den bereit gehaltenen Kleidern auszustatten, und verhieß, ein ewiges Reich zu bereiten. 3. Gleichwie nämlich [S. 189] jener Jesus, der von dem Propheten Priester genannt wird, in schmutzigen Kleidern erschien wegen der Buhlerin, die er zum Weibe gehabt haben soll 3, nach dem Berichte aber ein aus dem Feuer gezogenes Brandscheit war, da er Nachlassung der Sünden und sein Widersacher, der Satan, Zurechtweisung fand, so haben wir, die wir durch den Namen Jesu im Glauben an Gott, den Weltschöpfer, wie ein Mann 4 geworden sind, in kraft des Namens seines erstgeborenen Sohnes die schmutzigen Kleider, das ist die Sünden, ausgezogen und sind, entzündet durch das Wort der von ihm kommenden Berufung, das wahre hohepriesterliche Volk Gottes, wie Gott selbst bezeugt, wenn er erklärte 5, daß man an jedem Orte unter den Völkern ihm wohlgefällige und reine Opfer darbringe. Gott aber nimmt nur durch seine Priester Opfer an.

1: Vgl. zu Folgendem außer den oben zitierten Worten Zach. 3, 1 u. 2 noch V. 37: „Jesus aber war angetan mit schmutzigen Kleidern und stand vor des Engels Angesicht. Dieser begann und sprach zu denen, welche vor ihm standen, und sagte: Nehmet hinweg die schmutzigen Kleider von ihm! Dann sprach er zu ihm: Siehe, ich habe weggenommen von Dir Deine Schuld und ziehe Dir Feierkleider an. Dann sprach er: Setzet einen reinen Kopfbund auf sein Haupt! Und sie setzten den reinen Kopfbund auf sein Haupt und zogen ihm Kleider an; und der Engel des Herrn stand. Hierauf beteuerte der Engel des Herrn dem Jesus mit den Worten: Das spricht der Herr der Heerscharen: Wenn Du auf meinen Wegen wandelst und meinen Dienst besorgst, so wirst Du auch richten mein Haus ...“ Justin hat wohl diese Worte noch 115, 2 zitiert, und erst durch einen Abschreiber dürften sie später ausgefallen sein.
2: Vielleicht ist darunter der Hl. Geist zu verstehen.
3: In 1Esdr. 10,18 ist das, was Justin hier Jesus, dem Sohne des Josedek, zuschreibt, von dessen Söhnen ausgesagt. – Hieronymus bemerkt zu Zach. 3,3: Quod autem sequitur ‚Jesus erat indutus vestibus Sordidis’, tripliciter interpretantur (Judaei): vel ob coniugum illicitum, vel ob peccata populi, vel propter squalorem captivitatis.“
4: Vgl. Gal. 3, 28.
5: Mal. 1, 11.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger