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Epiphanius v. Salamis († 403) - Der Festgeankerte (Ancoratus)
Brief

22.

Den heiligen Engeln aber fehlt diese eben besprochene Würde. Sie sind ja zu ehren, weil der Vater und der Sohn und der Hl. Geist ihnen dies verliehen hat. Aber was ihnen fehlt ist dieses: Sie wissen nicht, wann das Vorausbestimmte eintritt. Denn „die Zeiten hat der Vater seiner Macht vorbehalten"1 . Wenn aber der Vater im Sohn ist und der Sohn im Vater, so kann die Macht, die im Vater ist, dem Sohne nicht fehlen. Sie fehlt aber den Engeln; denn geschaffen sind die Engel, die Erzengel und die Kräfte. Der Vater aber ist unerschaffen, der Sohn unerschaffen, der Geist Gottes unerschaffen. Es wissen also die Engel den Tag und die Stunde nicht, weder der Erkenntnis noch der Tat nach. Denn sie wissen nicht, wann der Vater und der Sohn und der Hl. Geist den Tag herbeiführen wollen. Auch haben sie davon noch keine praktische Erkenntnis; denn noch haben sie nicht den Auftrag erhalten „hinzugehen und das Unkraut zu sammeln und in Bündel zu binden zum Verbrennen in unauslöschlichem Feuer"2 . Somit verhalten sie sich [zum Gerichtstage] einstweilen weder tätig noch wissend, der Vater aber ist wissend und war schon tätig, der Sohn aber hat wohl das Wissen, aber er hat es noch nicht in die Tat umgesetzt. Das will es besagen: „Nur der Vater allein, nicht der Sohn." Lasset uns die Bedeutung des Schriftwortes bedenken, damit uns nicht der Buchstabe zum Tode werde. Denn, so heißt es, „der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig"3 . Lasset uns den Geist aufnehmen, um aus dem Buchstaben Nutzen zu ziehen. Nicht der Buchstabe [als solcher] tötet, im Buchstaben ist ja das Leben, sondern er tötet denjenigen, der unverständig an den Buchstaben herangeht und den erklärenden Geist nicht hat, der den Buchstaben aufschließt und seinen Sinn enthüllt. Darum hat ja auch der heilige Vater seinen eingeborenen, wahren, von ihm gezeugten Sohn und seinen Hl. Geist seiner heiligen Kirche gegeben, in einer Harmonie der Erkenntnis, in einem Bande der Vollkommenheit, damit wir im Namen des vollkommenen Vaters und Gottes das Siegel empfangen, und im Namen des vollkommenen Sohnes und Gottes und im Namen des göttlichen und vollkommenen Geistes das Siegel erhalten. O heilige Dreiheit, die wir zählen, Dreiheit, die wir zählen in einem Namen! Denn nicht Einheit4 und Zweiheit wird gesagt, auch nicht Einheit und Einheit, sondern Einheit in der Dreiheit und Dreiheit in der Einheit, unter einer Wesensform, einem Namen, e i n Gott Vater im Sohne, Sohn im Vater mit dem Hl. Geiste.

1: Apg. 1, 7.
2: Matth. 13, 30.
3: 2 Kor. 3, 6.
4: Der Text hat hier ἑνάς, im folgenden μονάς.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger