Titel newsletter aktuell suche Titel werke start

Diese Datenbank wird nicht mehr weiter ergänzt. Bitte verwende Sie die neue Seite hier: https://bkv.unifr.ch

Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
8. Vortrag.

6.

Was hat es also zu bedeuten, daß Christus sagt: „Was hast du mit mir, Weib“? Vielleicht zeigt uns der Herr im folgenden, warum er dies gesagt hat: „Meine Stunde, sagt er, ist noch nicht gekommen“. Denn so sagt er: „Was hast du mit mir, Weib? Meine Stunde ist noch nicht gekommen“. Es ist zu untersuchen, warum dies gesagt wurde. Zuerst also wollen wir von hier aus den Häretikern widerstehen. Was sagt die schlafsüchtige Schlange, die alte Gift-Zischerin und Einflößerin? Was sagt sie? Jesus hatte kein Weib zur Mutter. Wie beweisest du das? Weil er sagte: „Was hast du mit mir, Weib?“ Wer hat das erzählt, damit wir glauben, daß er dies gesagt hat? Wer hat dies erzählt? Nun ja, der Evangelist Johannes. Aber gerade der Evangelist Johannes hat gesagt: „Es war daselbst die Mutter Jesu“. Denn so hat er erzählt: „Am andern Tag war Hochzeit zu Kana in Galiläa, und es war daselbst die Mutter Jesu. Er war aber, zur Hochzeit eingeladen, dahin mit seinen Jüngern gekommen“. Halten wir die beiden Sätze fest, die der Evangelist vorbringt. „Es war daselbst die Mutter Jesu“, hat der Evangelist gesagt; was Jesus zu seiner Mutter gesprochen, hat derselbe Evangelist gesagt. Und wie hat er gesagt, daß Jesus seiner Mutter geantwortet habe? So daß er vorher sagte: „Es sprach zu ihm seine Mutter“. Sehet zu, Brüder, daß gegen die Zunge der Schlange die Jungfräulichkeit eures Herzens gewaffnet sei. Da in demselben Evangelium, in dem Berichte desselben Evangelisten heißt es: „ „Es war daselbst die Mutter Jesu“, und: „Es sprach zu ihm seine Mutter“. Wer hat dies erzählt? Der Evangelist Johannes. Und was hat Jesus der Mutter geantwortet? „Was hast du mit mir, Weib?“ Wer erzählt dies? Ganz derselbe Evangelist Johannes. O du getreuer und wahrhaftiger Evangelist, du erzählst mir, Jesus habe gesagt: „Was hast du mit mir, Weib?“ Warum hast du zu ihm die Mutter gesetzt, die er nicht anerkennt? Denn du hast gesagt, daß „daselbst die Mutter Jesu war“, und daß „zu ihm seine Mutter [S. 142] sprach“. Warum hast du nicht lieber gesagt: Es war dort Maria, und: Maria sprach zu ihm? Beides erzählst du, sowohl: „Es sprach zu ihm seine Mutter“, als auch: „Es antwortete ihr Jesus: Was hast du mit mir, Weib“? Warum dies, als weil beides wahr ist? Jene aber wollen dem Evangelisten darin glauben, daß er erzählt, Jesus habe zur Mutter gesagt: „Was hast du mit mir, Weib?“ und sie wollen dem Evangelisten darin nicht glauben, daß er sagt: „Es war daselbst die Mutter Jesu“, und: „Es sprach zu ihm seine Mutter“. Wer aber ist es, der der Schlange widersteht und die Wahrheit festhält, dessen Herzenslauterkeit nicht verletzt wird durch die Arglist der Schlange? Wer beides für wahr hält, sowohl daß die Mutter Jesu dort war, als auch daß Jesus das erwähnte Wort zur Mutter sprach. Aber wenn er noch nicht versteht, in welchem Sinne Jesus gesagt hat: „Was hast du mit mir, Weib?“ so glaube er inzwischen, daß er es gesagt hat und daß er es zur Mutter gesagt hat. Zuerst sei kindlicher Sinn in dem Glaubenden, und es wird die Frucht in dem Erkennenden sein.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. 1. Vortrag.
. 2. Vortrag.
. 3. Vortrag.
. 4. Vortrag.
. 5. Vortrag.
. 6. Vortrag.
. 7. Vortrag.
. 8. Vortrag.
. . Einleitung.
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. 9. Vortrag.
. 10. Vortrag.
. 11. Vortrag.
. 12. Vortrag.
. 13. Vortrag.
. 14. Vortrag.
. 15. Vortrag.
. 16. Vortrag.
. Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger