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Ambrosius von Mailand (340-397) Exameron
Quellenangabe:
Des heiligen Kirchenlehrers Ambrosius von Mailand Exameron. Aus dem Lateinischen übersetzt von Dr. Joh. Ev. Niederhuber. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 17) München 1914.
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- Der vierte Tag. Sechste Homilie. (Gen 1,14-19)
- I. Kapitel. Die notwendige Disposition zur Aufnahme der Schriftwahrheit. Die Sonne bei aller Vorzüglichkeit ein Geschöpf, dessen Herrlichkeit von der des Schöpfers unvergleichlich überstrahlt wird, das Mitgeschöpfen den Vorzug der zeitlichen Priorität einräumen muß. Der Erde Fruchtbarkeit nicht wesentlich durch Sonnenlicht und wärme bedingt.
- II. Kapitel. Die Sonne eine Schöpfung des Sohnes Gottes, Gott dienstbar und "unter der Herrschaft des Tages". Nicht der Sonne, sondern Gottes Huld dankt die Erde ihre Fruchtbarkeit. Die untergehende Sonne ein Bild des sterbenden Heilandes, der wechselnde Mond ein Bild der Kirche. An Licht, nicht an Umfang nimmt derselbe ab.
- III.Kapitel. Das Licht des Tages von dem der Sonne verschieden. Letzteres verleiht dem ersteren größere Helligkeit und Glanz. Beide dienen zur Scheidung von Tag und Nacht. Die Leuchtkraft ist beiden gemeinsam, Wärme und Hitzestrahlung nur dem feurigen Sonneball eigen. Das Feuer der Gottheit ein leuchtendes Licht für die Guten, ein "verzehrendes Feuer" für die Gottlosen. Licht und Finsternis ausschließende Gegensätze. Die Nacht der natürliche Schatten der Erde.
- IV. Kapitel. Die Gestirne "sollen zu Zeichen sein", doch nicht im Sinn der Nativitätsstellerei. Letztere ist in religiössittlicher Beziehung ein verderblicher Aberglaube, in physischer eine Unmöglichkeit, in mehr als einer Hinsicht eine Absurdität. Sie gleicht dem Spinnengewebe: schwache Geister bleiben darin hängen, starke durchreißen es: die Allgemeinheit und das Alltagsleben gehen darüber zur Tagesordnung über.
- V. Kapitel. Der Wechsel der Jahres und Tageszeiten, der Wärme und Kälte von der Sonne bedingt. Die Synagoge in Halbdunkel und Winterszeit, die Kirche in Mittagshelle und Sommerzeit. Je länger der Tag (des Herrn), je höher die Sonne (der Gerechtigkeit), um so weniger Schatten (Askier, Amphiskier). Die Sonne die Beherrscherin des Tages. Das Mond und Sonnenjahr.
- VI. Kapitel. Die unermeßliche Größe der Sonne. Beweis: sie erscheint allen Menschen aller Lande im gleichen Augenblicke gleich groß, gleich nah und fern: ihr scheinbar ellengroßer Umfang nur Sinnestäuschung. Gottes weise Vorsehung in der Regelung der Sonnenwärme für die Erde.
- VII. Kapitel. Der Mond, der Genosse und Bruder der Sonne, tautriefend und tauspendend. Der ab und zunehmende Mond, sein Einfluß auf gewisse Naturvorgänge. Doch nicht der Neumond, sondern Gottes Vorsehung spendet den Regen. Der zunehmende Mond die Ursache von Ebbe und Flut.
- VIII. Kapitel. Der Mond das Bild der irdischen Vergänglichkeit und sittlichen Unbeständigkeit, aber auch Herold Christi und Typus der Kirche. Die Lächerlichkeiten der Magie scheitern an Mond und Kirche: Paulus und Elymas: Petrus und Simon Magus.
- IX. Kapitel. Der 'Vierte' heidnischem Aberglauben ein ominöser Tag, der physischen Welt der Spender neuen Lichtes, der christlichen Welt der Tag des Heils (14. Nisan). Predigtschluß.
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