Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
English

Vorwort

Der Mensch ist auch, was er liest. Deshalb ist es aufschlussreich zu erfahren, was jemand auf dem Pult hatte – oder auf dem Nachttisch. Hier ist ein markanter Wandel eingetreten: Paulus und Plato, Homer und Hieronymus sind verschwunden – und beinahe in Vergessenheit geraten ist das unter dem Etikett „Kirchenväter-Literatur“ zusammengetragene Sammelsurium an Gedichten, Predigten, Briefen, Geschichtsdarstellungen, Legenden, Abhandlungen und Kommentaren frühchristlicher Autoren (und auch einiger Autorinnen). Diese Texte haben Jahrhunderte lang alle gelesen, Philosophen, Theologinnen, Historiker, Mystikerinnen – und natürlich in Latein oder Griechisch. Für die weniger sprachmächtigen Nachgeborenen gab es als Übersetzung die Buchreihen der „Bibliothek der Kirchenväter“ (BKV), welche die wichtigsten Texte in Deutsch bereit stellte. Und auch wenn die verschiedenen Bände inzwischen meist 100 und mehr Jahre alt sind und seither neuere Textausgaben erarbeitet wurden – so gibt es doch immer noch einige ehemalige Nachttisch-Klassiker, die auf Deutsch nur in der BKV verfügbar sind.

Die Bände der BKV sind schon seit vielen Jahren vergriffen. In etlichen Bibliotheken dürfen sie nicht mehr ausgeliehen werden, da sie zu alt und/oder zu wichtig sind. Kaum eine Bibliothek hat alle Bände, weil sicher irgend ein Band vor Jahren auf einem Nachttisch vergessen wurde. Warum also nicht die Texte ins Internet stellen, immer und für alle verfügbar, zumal auch die Urheberrechte abgelaufen sind? So wurde im Jahr 2003 das Projekt der „Bibliothek der Kirchenväter im Internet“ geboren.

In diesen Seiten können Werke der Kirchenväter aus der BKV gelesen werden. Weil sie hier nicht nur als Bilder, sondern als Text verfügbar sind, ist es möglich, sie im Format RTF für die Textverarbeitung herunter zu laden oder nach Begriffen zu suchen. Um Unsicherheiten bei der Texterkennung zu minimieren, ist es bei einigen Werken möglich, auch die Fotos der verwendeten Vorlagen zu betrachten.

Das Projekt lebt von Freiwilligen: eine Community von etwa 25 Interessierten aus ganz Europa hilft, die Texte fürs Internet fit zu machen. Inzwischen sind die 81 Bände der letzten Serie (1911-1937) beinahe vollständig eingetragen und die Übertragung der Serien von 1869-1880 (80 Bände) und 1830-1850 (21 Bände) hat begonnen. Hier allerdings wird es kostspielig: die Texterkennung von Werken in Fraktur ist aufwändig und das Programm muss pro eingelesener Seite bezahlt werden – das sind immerhin noch mehrere zehntausend. Das bisher ohne Subventionen unterhaltene Projekt ist darum auf Zuschüsse angewiesen.

Sicher, lesen auf dem Computerbildschirm ist auf die Dauer unangenehm, und ein simpler Ausdruck kann nie mit den alten, wunderbar aufgemachten Büchern mit Goldschnitt und Ledereinband mithalten. Deshalb ist jetzt der Versuch unternommen worden, die alten Texte wieder dahin zu bringen, wo sie hingehören: Auf den Nachttisch. In einer ansprechenden Gestaltung werden die wichtigsten und schönsten Werke aus der BKV in einer eigenen Reihe neu aufgelegt. In der „Kleine Bibliothek der Kirchenväter“ ist nun der erste Band erschienen: Die Abhandlung des Origenes über das Gebet. Das Buch kann im Buchhandel (ISBN 978-3-8370-7995-1) käuflich erworben werden; Studierende erhalten auf Anfrage 30% Rabatt.

Was ist die Bibliothek der Kirchenväter?

Grundlage der Bibliothek der Kirchenväter im Internet bilden drei alte Textsammlungen, die eine grosse Auswahl an antiker christlicher Literatur in deutscher Übersetzung enthalten. Alle drei Sammlungen erschienen im Köselverlag.

  • Sämtliche Werke der Kirchenväter (1831–1854)
    1831–1854 erschienen die „Sämtlichen Werke der Kirchenväter, aus dem Urtexte ins Deutsche übersetzt“, die trotz des vollmundigen Titels fast nur Texte von Irenäus, Cyprian, Hilarius, Athanasius, Basilius, Ephräm und Gregor von Nyssa enthalten. Tertullian etwa, Ambrosius, Origenes, Augustinus, Chrysostomus etc. fehlen jedoch ganz. Dennoch sind in den 39 erschienen Bänden einige Schriften enthalten, die sonst (noch) nicht in eine moderne Sprache übersetzt wurden.
     
  • Bibliothek der Kirchenväter (1869–1888)
    Die zweite Sammlung erhielt den Titel „Bibliothek der Kirchenväter: Auswahl der vorzüglichsten patristischen Werke in deutscher Übersetzung“ (BKV1). Die 80 Bände entstanden in den Jahren 1869–1888 unter der Oberleitung von Franz Xaver Reithmayr und Valentin Thalhofer. Ziel war es, die vorzüglichsten christlichen Klassiker der Antike dem gebildeten katholischen Laien in einer guten, handlichen Ausgabe auf Deutsch zur Verfügung zu stellen.
     
  • Bibliothek der Kirchenväter (1911–1938)
    Die dritte Sammlung behielt den Namen fast unverändert bei:„Bibliothek der Kirchenväter: Eine Auswahl patristischer Werke in deutscher Übersetzung“ (BKV2). Sie wurde von O. Bardenhewer, Th. Schermann und K. Weyman in zwei Reihen herausgegeben. Die Reihe I umfasst 61 Bände und erschien in den Jahren 1911–31. Die Reihe II enthält 20 Bände und wurde in den Jahren 1934–38 publiziert. Einiges aus den ersten beiden Sammlungen SWKV und BKV1 ist hier noch einmal enthalten, doch neu bearbeitet und genauer übersetzt. Bardenhewer hat zudem das Blickfeld weiter geweitet und armenische, syrische und persische Quellen sowie einiges an neu gefundenem Material mit aufgenommen. BKV2 bildet den Grundstock der Bibliothek der Kirchenväter im Internet. Dieser Grundstock wird um die Werke der beiden anderen Sammlungen (BKV1 und SWKV) ergänzt, die darin nicht enthalten sind. Hinzu kommen weitere Übersetzungen aus einzelnen weiteren Monographien.
Obwohl seit diesen drei Sammlungen von manchen Werken neuere und bessere Übersetzungen erschienen sind, und die Übersetzungen in vielen Gesichtspunkten modernen Ansprüchen nicht mehr genügen, so bieten sie doch auch heute noch eine brauchbare und für manche Werke die einzige deutsche Übersetzung.
  • Liste der in der BKV2 enthaltenen Werke.
  • Liste der in der BKV2 enthaltenen Bände.

Bedienungsanleitung

Mit einem Klick auf "Werke" in der oberen Leiste werden die hier verfügbaren Werke angezeigt. Ein Klick auf ein Werk zeigt das erste Kapitel des ausgewählten Textes. Rechts wird nun eine Übersicht des Werkes aufgelistet, mit ihr ist ein einfaches Navigieren im Text möglich. Es werden jedoch nur die zwanzig Kapitel gezeigt, welche der angezeigten Stelle am nächsten liegen und sich im selben Buch eines Werkes befinden. Zum folgenden oder vorhergehenden Kapitel gelangt man leicht mit den Buttons "Weiter" und "Zurück" in der unteren Leiste. Ein Klick auf "Inhalt" zeigt ein Inhaltsverzeichnis des gewählten Werkes, mit dem ebenfalls leicht eine gesuchte Stelle gefunden werden kann. Zurück zu dieser Eingangsseite gelangt man jederzeit mit "Start". Die Texte lassen sich ebenfalls als RTF-Dokument herunterlanden und bearbeiten.

In den überarbeiteten Werken finden sich die Seitenangaben (etwa: [S. 117] ). Ein Klick auf eine solche Seitenangabe zeigt das Bild der Seite, welche als Grundlage für die Texterkennung gedient hat. So lässt sich der Text leicht selbst überprüfen. Ein weiterer Klick in dieses Bild schliesst das Fenster wieder.

Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie, wenn neue Werke eingetragen worden sind. Die Ergänzungen und Veränderungen am Projekt werden unter Aktuell protokolliert.

Hinweis

Die hier zugänglichen Texte dienen einem schnellen Nachschlagen oder einem gemütlichen Schmökern. Sie können und wollen jedoch in keiner Weise moderne Textausgaben ersetzen: Wer wissenschaftlich mit diesen Texten arbeiten will oder muss, kommt um die Konsultation moderner Übersetzungen und Editionen nicht herum. Besonders Studierende sollten sich vor der Versuchung hüten, diese Texte würden sie vor einem Gang in die Universitätsbibliothek bewahren.
Die Texte der BKV unterstehen meines Wissens keinem Copyright mehr und dürfen daher frei verwendet werden. Bei einer Weiterverwendung wäre es nett, einen Hinweis zu geben, woher die Texte stammen und korrigierte Texte hier wieder zur Verfügung zu stellen. Falls Sie Rechte an diesen Texten haben und sie durch diese Seite verletzt sehen, melden Sie sich bitte.
Die Bibliothek der Kirchenväter im Internet ist vom Internet-Forum
H-Soz-u-Kult des Institutes für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin rezensiert worden.

Herzlichen Dank!

All jenen, die zum Entstehen dieser Seite beigetragen haben, sei hier ein grosses MERCI ausgesprochen:
Roman Bannack - Hans-Josef Born - Heiner Bösch Thomas Brodehl - Eveline Brühwiler - Wolfgang Burtscher - Josef C. Doerr - Max und Gianna Emmenegger - Prof. Michael Ernst - Frans-Joris Fabri - Birgit Genten - Iwan Gregis - Rudolf Heumann - Uwe Holtmann - Konrad Holzbauer - Patrick Huser - Manfred Kraut - Eva-Marie Laumann - Prof. Franz Mali - Daniel Noti - Siegfried Ostermann - Roger Pearse (Siehe sein Tertullian Project für englische Texte) - Dominik Prinz - Veit Ruland - Ursula Schultheiß - Yolanda Sieber Emmenegger - Ottmar Strüber - Jean-Luc Thirot (vom Centre NTE Université Fribourg) - Jürgen Voos - Diether Wegener - sowie weitere ungenannte oder unbekannte Helfer.

Der Hochschulrat der Universität Freiburg / Schweiz hat an seiner Sitzung im November 2007 beschlossen, die Bibliothek der Kirchenväter einmalig finanziell zu unterstützen.

Jens Falk hat uns Software zur Spracherkennung zur Verfügung gestellt. Dafür sei ihm herzlich gedankt!

Mitarbeit

Es erfordert Arbeit, soviel Text in eine elektronische Form zu überführen. Die Auswahl der Werke, welche bearbeitet werden, erfolgt daher zunächst den Bedürfnissen unserer Vorlesungen. Sollten Sie jedoch ein besonderes Lieblingswerk haben, das aufgenommen werden sollte, so ist Ihre Mitarbeit jederzeit willkommen!

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten zur Mitarbeit: 

  • 1. Das Überarbeiten eines Rohtextes
    Die alten Bände der BKV werden gescannt und in rohen Text umgewandelt. Dieser Rohtext muss nun überarbeitet werden. Es gibt neben den typischen OCR- Fehlern (z.B. O für 0 ect.) aufgrund des teilweise schlechten Druckes in Frakturschrift einiges zu korrigieren. Zudem müssen die Fussnoten von Ende der Seite weg an jene Stelle kopiert werden, wo der Verweis ist. Wenn Zugang zu einer Bibliothek vorhanden ist, ist es von Vorteil, wenn Sie sich den betreffenden Band ausleihen. Es gibt manchmal Stellen, wo leider nur noch Buchstabensalat übrig ist. Falls keine Möglichkeit besteht, sich das Buch zu leihen, stelle ich gerne die Scans des Bandes zur Verfügung. Unter den noch nicht bearbeiteten Werken kann ein Werk ausgesucht werden. (Die Liste findet sich hier). Diese Liste wird laufend ergänzt. 
     
  • 2. Das Korrekturlesen eines der schon eingegebenen Texte
    Eine weitere Möglichkeit ist das Korrekturlesen eines der schon eingegebenen Werke. Besonders die älteren der eingegebenen Texte sind noch voller Fehler und die Fussnoten bzw. die Einleitungen fehlen teilweise. Auch die Seitenangabe sollte nachgeführt werden. In der BKV-Seite unter dem Reiter "Werke"  (hier) finden Sie neben dem Werktitel auch den Status. Schon überarbeitete Werke tragen den Vermerk "Korrigiert". Bei Werken, die gerade bearbeitet werden, steht "in Korrektur". Alle anderen Texte warten noch auf diesen Arbeitsgang. Wenn Sie sich für ein Werk entschieden haben, sende ich Ihnen den entsprechenden Text in einer speziellen Form zu, worin die Korrekturen zu machen sind. Auch für diesen Arbeitsgang ist es wichtig, die Vorlage zum Vergleichen zur Verfügung zu haben. Falls es Ihnen nicht möglich ist, den Band der BKV zu leihen, woraus der Text entnommen ist, sende ich Ihnen gerne die Bilder der Seiten zu.
Grundsätzliche Hinweise, wie eine Überarbeitung zu machen ist, finden sich im PDF-Dokument "Hinweise.pdf" (1MB).

Kontakt

Für Fragen, Anregungen, Mitarbeit oder Korrekturen kann man sich gerne an mich wenden:

Dr. Gregor Emmenegger
Département du Patristique et Histoire de l'Église
Departement für Patristik und Kirchengeschichte
Miséricorde 5213
Université Fribourg
CH-1700 Fribourg
gregor.emmenegger@unifr.ch
Tel.: ++41/26/ 300 74 01
Fax: ++41/26/ 300 97 53

Links

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 5. Januar 2012.
©
Gregor Emmenegger