Département de Médecine, Unité d'Anatomie; Université de Fribourg;
M. Adé-Damilano; 2005-2006



Das Nephron



Die Podozyten


Das viszerale Blatt der Bowmansche Kapsel besteht aus Podozyten.


Die Podozyten liegen auf einer Basallamina und umgeben die glomerulären Kapillaren.

Die Podozyten haben primäre Fortsätze (Füsse erster Ordnung). Diese primären Fortsätze teilen sich im Kontakt mit den Kapillaren in zahlreiche sekundäre Fortsätze (Füsse zweiter Ordnung). Diese sekundären Fortsätze nennt man Füsschen.

Schnitt durch einen Teil eines Glomerulus
Glomerulus (vergrössert) Act.
Podozyten



1
2
3
4
5
Podozyt
Füsschen
Basalmembran
Gefensterte Kapillare
Mesangiumzelle

Die Füsschen interdigitieren mit primären und sekundären Fortsätzen von anderen Podozyten und bilden so ein dichtes Netz von feinen Schlitzen, die man Filtrationsschlitze nennt (« filtration slit »).
Die Filtrationsschlitze werden durch ein feines Diaphragma (4 nm dick) bedeckt.
Die Füsschen sind von einem negativ geladenen Glykoproteinmantel bedeckt.



Die Filtrationsbarriere


Das durch die afferente Arteriole in den Glomerulus einfliessende Blut wird durch die Filtermembran des Nierenkörperchens filtriert.

Die Filtrationsbarriere besteht aus drei Schichten:

  • das gefensterte Kapillarendothelium ==> Hindernis für die zellulären Elemente des Blutes
  • die von den Endothelzellen und den Podozyten sezernierte Lamina basalis (240 bis 340 nm) ==> hält grosse Proteine zurück
  • die von den Podozyten gebildeten Filtrationsschlitze (25 nm). Sie sind von einem feinen Diaphragma überzogen (4nm dick) ==> hält kleine Proteine zurück
Lamina basalis (Definition) Act.


Filtrationsbarriere Elektronenmikroskopie
Filtrationsbarriere


1
2
3
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5
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7
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Kapselraum
Füsschen
Zellkern des Podozyten
Kapillarlumen
Filtrationsschlitz
Pore des Endotheliums
Lamina rara interna
Lamina densa
Lamina rara externa


Der Primärharn ensteht durch glomeruläre Filtration im Glomerulus. Die Filtration des Blutes erfolgt passiv durch das Kapillarendothel und das viszerale Blatt der Bowmansche Kapsel. Sie wird durch den Druckgradienten zwischen der afferenten Arteriole (= Blutdruck) und dem Glomerulus selbst (= höherer Druck der Ausscheidungswege) ermöglicht.

Die Glomeruluskapillaren haben eine wichtige Eigenschaft: sie besitzen kleine Poren, mit einem Durchmesser von 50 bis 100 nm, welche nicht von einem Diaphragma bedeckt sind. Auf Grund dieser Poren wird das Kapillarendothel ein gefenstertes Endothel genannt.
NB: Die Vasa recta und die Vv. interlobulares besitzen auch ein gefenstertes Endothel.

Diese Endothel erlaubt den Durchtritt von gewissen Substanzen, wie Wasser, Natrium, Harnstoff, Glukose und kleine Proteine. Der Durchmesser der Poren hindert jedoch Blutzellen und grosse Makromoleküle, mit Molekulargewicht von mehr als 68000, am Durchtritt.
Zusätzlich zur Grösse des Moleküls spielt auch seine elektrische Ladung eine Rolle. Moleküle, deren Grösse kleiner als 3.5 nm und deren Ladung entweder positiv oder neutral sind, werden leicht filtriert. Die Oberfläche der Endothelzellen ist negativ geladen und von einem Glykoproteinmantel (Heparansulfat) umgeben. Deswegen hindert sie die Passage von grossen anionischen Proteinen.

Die glomeruläre Filtrationsrate beträgt normalerweise 120ml/Min. und entspricht dem Filtratvolumen aller Glomeruli pro Zeiteinheit. Nach der Passage durch die Filtrationsbarriere befindet sich das glomeruläre Filtrat (Primärharn, Ultrafiltrat) im Kapselraum und gelangt in den Tubulus proximalis, pars convoluta. Pro Tag werden etwa 180 Liter filtriert und in den Tubuli transportiert. Während des Durchganges durch die verschiedenen Segmente der Tubuli ermöglichen Ausscheidungs- und Reabsorptionsmechanismen die Herstellung des engültigen Urins. Der Primärharn wird zu 99% rückresorbiert. Die Urinproduktion beträgt 1,5 Liter/24 Stunden.