Département de Médecine, Unité d'Anatomie; Université de Fribourg;
M. Adé-Damilano; 2005-2006



Aufbau der Niere



Einführung und Wiederholung der Physiologie


Im System der Harnorgane werden verschiedene Bestandteile unterschieden:

  • 2 Nieren (Ren; Nephros) ==> Filter-, Sekretions- und Reabsorptionsfunktion
  • die Harnblase (Vesica urinaria) ==> Reservoirfunktion
  • die Harnleiter (Ureter) und die Harnröhre (Urethra) ==> Leitfunktion

Die Nieren filtrieren das Blut um die Abfallprodukte des Metabolismus der Zellen von Geweben und Organen auszuscheiden. Pro Minute erreichen 600 ml Blut jede Niere durch die Arteria renalis. Das entspricht ca. 20% des Herzzeitvolumens.
Die Bildung von Urin beinhaltet mehrere Etappen, einerseits besteht sie aus einer glomerulären Filtration und anderseits in der Reabsorption und der Sekretion in den verschiedenen Segmenten der Harnwege.

Das Endfiltrat, der Urin, fliesst anschliessend in die Nierenkelche und von da in das Nierenbecken. Der Urin wird durch die Ureter aus der Niere ausgeschieden und erreicht dann die Harnblase, bevor er den Körper durch die Harnröhre verlässt. Die Urinproduktion beträgt ca. 1,5 L / 24 Std.

Der Urin enthält vor allem Wasser, Harnstoff, Harnsäure, Ammoniak, Elektrolyte und exogene Toxine. Normalerweise enthält der Urin keine Proteine, Kohlenhydrate oder Lipide. Die Präsenz solcher Substanzen zeigt eine Pathologie an.

Die Nieren haben folgende Aufgaben:

  • die Aufrechterhaltung der Homeostase d.h. des hydro-elektrolytischen und Säure-Basen-Gleichgewichts des Organismus (Kontrolle der Konzentrationen von Elektrolyten wie Natrium, Kalzium, Kalium, Chlor; Reabsorption von kleinen Molekülen wie Aminosäuren, Glukose, Peptide)
  • die Ausscheidung von endogenem Abfall aus verschiedenen Metabolismen, vor allem Stickstoffverbindungen, Harnstoff (Proteinkatabolismus), Kreatinin, Bilirubin, Hormone.
  • die Ausscheidung von exogenen Abfällen wie Giftstoffe, Antibiotika, Medikamente und ihren Metaboliten
  • die Sekretion verschiedener Hormone (endokrine Funktion), wie:
    • Renin ==> Beteiligung an der Regulation des extrazellulären Volumens und somit des Blutdrucks (die Auschüttung von Renin resultiert in einer Erhöhung des Angiotensin)
    • Erythropoïetin ==> EPO ist ein im Nierenstroma produziertes Glykoprotein, es stimuliert im Knochenmark die Reifung der Erythrozyten
    • Prostaglandine, Kallikrein
  • die Umwandlung von Vitamin D3 durch Hydroxylierung in seine aktive Form (1,25 Dihydroxycholecalciferol)
  • metabolische Funktion ==> Neoglukogenese (20% beim Fasten)

Entwicklung



Bei Geburt haben die Nieren wegen der Entwicklung der Ureterknospe im metanephrogenen Blastem ein multilobuläres Aussehen (gelappte Form). Die Lobuli werden zwar gegen Ende der Fetalperiode stark geglättet, bleiben aber dennoch bis nach der Geburt bestehen. Die vollständige Glättung erfolgt im Laufe des Kleinkindesalters durch die Grössenzunahme der Nephrone, ohne dass sich ihre Anzahl verändert.
Die adulte Niere zeigt mit wenigen Ausnahmen keine Lobulierung mehr. Nach der Geburt ist die Verlängerung der Pars convoluta der proximalen Tubuli und die Zunahme des Bindegewebes für das Wachstum der Nieren verantwortlich.


Die Architektur der Niere wird zwischen der 5. und der 15. Woche der intrauterinen Entwicklung festgelegt.
Die Organogenese der Niere dauert also über die embryonale Phase hinaus bis weit in die Fetalperiode

Schema der Bildung der « glatten » Niere

Beim Menschen ist die Lobulierung der Nieren nur in der embryonalen und fetalen Periode gut zu sehen, kann sich aber bis in das Kleinkindesalter erstrecken. Sie ist aber schon bei Geburt stark abgeschwächt. Beim Erwachsenen fusionieren die kortikalen Zonen der einzelnen Lobuli « A-E » und die Glättung dieser Einsenkungen führt zu einer glatten und regelmässigen Oberflächenstruktur der Nieren.


1
2
3
Nierenmark
Calix
Nierenkortex

Anatomie


Zu den Harnorganen gehören:

  • zwei Nieren
  • zwei Harnleiter
  • eine Harnblase
  • eine Harnröhre

Die Nieren sind paarige Organe braun-rötlicher Farbe und liegen, von Fett und lockerem Bindegewebe umgeben, zusammen mit den Nebennieren, in einer fibrösen Umhüllung.
Sie liegen direkt unter dem Zwerchfell, im oberen Teil des Spatium retroperitoneale, neben der Wirbelsäule zwischen T11 und L3.


Aufgrund der Lage der Leber liegt die rechte Niere tiefer als die Linke.

Sie sind bohnenförmig, beim Erwachsenen ca.12 cm lang, 6 cm breit und 3 cm dick und wiegen im Mittel 150g.

Die Blutversorgung geschieht durch die A. renalis, welche aus der Aorta abdominalis entspringt, und die Vena renalis welche in die Vena cava inferior mündet.
Das Hilum enthält eine Vene, eine Arterie und einen Ureter.

Harnorgane
Niere, Längsschnitt I
Act.



1
2
3
4
5
6
7
8
Vena cava inferior
Vena renalis
Niere
Aorta abdominalis
Arteria renalis
Ureter
Harnblase
Urethra