Der repiratorische Abschnitt der Lunge beginnt bei den Bronchioli respiratorii. Bis zum eigentlichen Alveolarsystem mit seinen 300 Mio. Alveolen gibt es noch eine Übergangszone, wo schon Alveolen in der Wand der Luftwege zu finden sind. Sie setzt sich aus den Bronchioli respiratorii und den Ductus alveolares zusammen. Diese münden schliesslich in die Sacculi alveolares. Man zählt aber alle 3 Abschnitte schon zum respiratorischen System und alle Lufträume, die von einem Bronchiolus terminalis ausgehen, werden zu einem Azinus zusammengefasst.
Übergangszone:
Bronchioli respiratorii
Ductus alveolares
Abb. 13 - Übersicht über Lungenabschnitte
Legende
Abb. 13
Übersicht über die verschiedenen Lungenabschnitte und ihre Funktion. Bis zu den Bronchioli enthält die Wand noch Knorpelanteile, die Bronchioles terminales nur noch vereinzelt glatte Muskulatur.
Vom kubischen Epithel der Bronchioli respiratorii geht das Epithel in das Alveolarepithel über, welches aus zwei Typen von Zellen besteht:
Pneumozyt Typ I (Alveolarepithelzelle Typ I) mit grossflächigem dünnem Zellleib, welcher die Kapillaren überzieht und so die Blut-Luft-Schranke bildet.
Pneumozyt Typ II ( Typ II-Zellen). Sie produzieren den Surfactant und dienen als Reserve für die Typ I-Zellen.
Beide Zelltypen sind miteinander durch Tight junctions verbunden. Die Interalveolarsepten bestehen aus einem bindegewebigen Grundgerüst von vor allem elastische Fasern und Kollagenfibrillen, welche die Alveolen korbartig umgeben. Untereinander sind die Alveolen auch in direktem Kontakt durch Poren in den Interalveolarsepten: Kohn'sche Poren.
Der Gasaustausch geschieht durch die Blut-Luft-Schranke in den Alveolen. Sie besteht aus dem Endothel der Kapillaren - Basalmembran - Alveolarepithel gebildet durch die Pneumozyten Typ I. Die Strecke misst im Mittel 0.6 µm und an der dünnsten Stelle nur noch 0.2 µm. Dazu kommt natürlich noch die Strecke über Plasmaanteile einerseits und den Surfactant andererseits.
Merke: Surfactant ist ein Phospholipid (= Lecithin) mit verschiedenen assoziierten Proteinen. Er reduziert die Oberflächenspannung des Flüssigkeitsfilmes (= wässerige Phase), der auf dem Alveolarepithel liegt und ist deshalb unbedingt für die Entfaltung der Lungen bei Geburt zuerst und nachher für das Offenhalten der Gasaustauschfläche erforderlich. Er wird von den Pneumozyten Typ II hergestellt.