Bei der Frau liegen die Ovarien beidseits im kleinen Becken in der Fossa ovarica. Sie entwickeln sich retroperitoneal gelangen aber soweit in den Bauchraum, dass sie schliesslich einen Mesoüberzug haben und intraperitoneal zu liegen kommen. Sie sind am Ligamentum suspensorium ovarii und am Ligamentum ovarium proprium befestigt und erfüllen wie die Testes eine Doppelrolle. Einerseits reifen die Oozyten heran und andererseits ist das Ovar ein wichtiges endokrines Organ.
Die Ovarialfunktion unterliegt wie diejenige der Testes einer übergeordneten Regulation durch Hypothalamus und Hypophysenvorderlappen. Durch den Beginn bzw. eine Erhöhung der Amplitude der pulsatilen Freisetzung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem mediobasalen Hypothalamus wird die Pubertät und die weitere weibliche Sexualentwicklung induziert. Unter der Stimulation von GnRH erfolgt die zyklische Sekretion und die Aufrechterhaltung der Produktion der Gonadotropine LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon).
Hypothalamus-Hypophysen-Theka-Zell-Achse: In der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus wird auf den Stimulus des hypophysären FSH (follikelstimulierendes Hormon) vor allem Östrogen in den Theka interna Zellen des Follikels gebildet.
Durch einen positiven Feedback hoher Östrogenspiegel im Blut kommt es am Ende der proliferativen Phase zu einem FSH und LH Anstieg, was zusammen zur Ovulation des herangereiften Follikels führt.
In der zweiten Hälfte des Zyklus wird vor allem Progesteron im Ovar durch das Corpus luteum produziert. Dadurch wird die Uterusschleimhaut auf eine mögliche Implantation einer befruchteten Oozyte vorbereitet. Die hypophysären Hormone fallen ab und FSH steigt erst wieder mit den abfallenden Progesteronspiegeln an.
Abb. 10
Das Ovar steht unter der Kontrolle der Hypothalamus- Hypophysenachse. Durch FSH und LH kommt es im Ovar zum zyklischen Heranreifen von Oozyten.
Die eigentlichen Hormon produzierenden Zellen sind die Theka interna und die Follikelzellen, welche die Oozyte umgeben. Sie bilden eine funktionelle Einheit, obwohl sie durch eine Basalmembran voneinander getrennt sind. Die Theka interna Zellen produzieren Androgene über Cholesterin. Die Follikel nehmen es auf und setzen mittels des Enzymkomplexes der Aromatase die Androgene in Oestrogene um.
Abb. 11 - Funktionelle Einheit von Theka interna und Follikelzellen
Legende
Abb. 11
Schnitt durch einen Tertiärfollikel. Die Theka interna und Follikelzellen produzieren über verschiedene Vorstufen Oestrogen. Nach der Ovulation bleiben die Thekazellen zurück und produzieren Progesteron.