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(Moodle)
Retikuläre Fasern

Die retikulären Fasern werden vor allem von den Retikulumzellen hergestellt, welche sich auch von Fibrozyten ableiten. In verschiedenen Organen kommen aber auch retikuläre Fasern unabhängig von Retikulumzellen vor.
Die retikulären Fasern fügen sich nicht zu Bündeln zusammen. Sie bilden Fasergitter (lat. reticulum= Netz) aus sich kreuzenden, sehr feinen Fibrillen. Im LM sind sie mit gewöhnlichen Färbungen schwer erfassbar. Sie sind nichtlichtbrechend und werden wegen ihrem kleinen Durchmesser von den Kollagenfasern verdeckt. Sie können spezifisch durch Silberimprägnierung dargestellt werden und sind stark PAS positiv. Die Silberimprägnierung und PAS-Färbbarkeit beruht darauf, dass assoziierte Glykoproteine stark argyrophil sind.

Im EM erkennt man, dass die Fibrillen aus Mikrofibrillen bestehen, welche die gleiche Periodizität wie das Tropokollagen aufweisen. Es handelt sich tatsächlich um Tropokollagenmoleküle, welche aus 3-α-Polypeptidketten zusammengesetzt sind, welche denen des Kollagen Typ III stark ähneln. Zusätzlich enthalten diese das Retikulinprotein.

Übersicht über die Färbung von EZM- Bestandteilen
  • Retikuläre Fasern bilden Fasergitter
  • Sie gleichen im Aufbau den kollagenen Fasern aber sind feiner.
  • Retikuläre Faser bestehen aus Kollagen Typ III plus Retikulinpro- tein
Abb. 9 - Retikuläre Fasern der Milz   Legende

Abb. 9
Die rote Pulpa der Milz besteht aus verschieden langen und breiten, untereinander kommunizierenden Röhrchen, deren Wände von langgestreckten Endothelzellen gebildet werden. Man nennt sie Sinus. Darum herum gibt es ein feines Netzwerk von retikulären Fasern. Das Blut tritt teilweise aus den Kapillaren in diese Netzwerk und wird so gereinigt oder es geht direkt in die Sinus über. (siehe Popup: retikuläres BG in der Milz )
 

 
  • Lokalisation :
    • Retikuläres BG in der Milz, Lymphknoten, rotem Knochenmark und unabhängig von retikulären Zellen in der Leber, Niere, den endokrinen Drüsen, Muskulatur und der Basalmembran.
  • Aufgabe :
    • Sichern den Halt der Organe.
  • Aufbau :
    • dünne Fasern - Fibrillen - Mikrofibrillen - Tropokollagen - 3-α-Polypeptidketten und Matrix - AS.

Die retikulären Fasern sind nur wenig resistent gegen Zugkräfte, sind aber dank des maschenwerksartigen Aufbaus dehnbarer als die Kollagenfasern und sichern so den Halt der Organe, indem sie tief ins Parenchym eindringen und die Zellen umgeben.

Retikuläre Fasern sind elastischer als kollagene Fasern aber weniger zugresistent.


Sichtbar durch:
  • Silberimprä- gnierung
  • PAS- positiv

Pathologie:

Krankheit Fehler Symptome
Zoeliakie (E) Autoantikörper gegen Endomysium (= Retikulinfasern), Gliadin, Gewebs-Transglutaminase Malabsorption wegen Degeneration der Darmschleimhaut, Mangelernährung
Dermatitis herpétiformis (E) Autoantikörper gegen Endomysium (= Retikulinfasern), Gliadin Blasenbildung der Haut, Gelenksbeteiligung
Morbus Crohn (D) Darm (Autoantikörper auf Retikulinfasern); multifaktoriell

Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, Gewichtsverlust, Fieber u.a.

 

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Letzte Änderungen : 25. Februar 2007 / Prof. B. Schwaller
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