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Abwehr/ Wundheilung

Zur Abwehrfunktion sind allein die Zellen befähigt. Man unterscheidet eine zelluläre Abwehr und eine humorale Abwehr.

  • In der zellulären Abwehr werden gewisse Zellen sei es zur Phagozytose (Histiocyten/Makrophagen, Granulocyten) oder durch direkte Kontakte (Rezeptoren) auf der Zellmembran (T-Lymphozyten) aktiviert.
  • In der humoralen Abwehr werden von den Plasmazellen (die von den B-Lymphozyten abstammen) Antikörper produziert. Auch die Mastzellen nehmen an der humoralen Abwehr teil, indem sie die fremden Substanzen aufspüren und eine lokale Entzündung der Haut auslösen. Deren Aktivierung hat eine Ausschüttung des Inhaltes ihrer Granula zur Folge, in denen Histamin und Heparin gespeichert sind.

Die Abwehr ist ein wichtiger Teil der Wundheilung, die nur erfolgen kann, wenn Bakterien nach einer Verletzung erfolgreich beseitigt werden können. Nachdem die Bakterien in die Wunde eingedrungen sind, sich dort vermehrt und toxische Substanzen produziert haben, rufen sie als Antwort des Organismus auf die Infektion eine Entzündung hervor. Die Kapillaren erweitern sich, und werden gewunden. Ihre Permeabilität nimmt zu und mehr Plasma und Proteine verlassen die Gefässe. Es kommt zu einem Ödem. Einige Zellen der Abwehr (Granulozyten, Neutrophile, Monozyten) verlassen durch Diapedese (amöboide Bewegungsfähigkeit) die Kapillaren und beginnen zu phagozytieren. Die Produkte der Bakterien wirken als Antigene und induzieren die Produktion von Antikörpern. Diese Schlacht zwischen der Infektion und der Abwehr des Organismus findet im Bindegewebe statt . Nach erfolgreicher Bekämpfung kommt es zur Heilung und eventuell zu einer Narbenbildung.

 
Abb. 15 - Phasen der Wundheilung Legende
Abb. 15
Jeder der 4 Phasen der Wundheilung ist notwendig und gleich wichtig, damit die Wundheilung erfolgreich ist. Prinzipiell werden in jeder Phase unterschiedliche Zellen aktiviert, die wundspezifische Stimuli aussenden, die wiederum die Zellen der nächsten Phase aktivieren.
 
Phasen der Wundheilung Massgeblich beteiligte Zelltypen
A) Bildung des Wundschorfs Erythrozyten, Plasmafaktoren
B) Akute Entzündung
    Leukozyten:
  • neutrophile Kampfphase
  • monozytäre Abwehrphase
  • lymphozyt.-eosinophile Heilungsphase
C) Regeneration und proliferative Reparatur:
Reepithelialisierung und Bildung des Granulationsgewebes
Keratinozyten und
Fibroblasten
D) Wundkontraktion und Vernarbung Myofibroblasten und Fibroblasten


Pathologie:

Krankheit Fehler Symptome
Ulcus cruris (D) schlechte Blutzirkulation im Alter oder wegen Gefässveränderungen Wenig oder kein Epithel oder Granulationsgewebe, verhinderte Angiogenese, chronisch entzündet
Cushing Disease Hyperadrenokortizismus
= zu viel Kortison
Kortison wirkt entzündungshemmend
--> keine Proliferation von Lymphozyten und Granulozyten, bakterielle Infektionen, schlechte Narbenbildung
Diabetes mellitus (D) Zuwenig Energie (Glukose) in Zellen
--> Energiemangel
Defekt in Chemotaxis, Adhäsion, Phagozytose von Bakterien
 

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Letzte Änderungen : 25. Februar 2007 / Prof. B. Schwaller
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