Unit of Histology
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Die Blut-Harn-Schranke ist in den Corpuscula renalia lokalisiert und wird aus drei Strukturen gebildet:

  • Endothel der Glomeruluskapillaren
  • Glomeruläre Basalmembran (GBM): Fusionierte Basalmembranen von Endothel und Podozyten
  • Podozytenfüsschen, die mit einem Schlitzdiaphragma überbrückt werden.
Abb. 8 - Übersicht über Corpusculum renis Abb. 9 - Ausschnitt mit Podozyten um Kapillarknäuel Legende
    Abb. 8
Corpusculum renis mit Blut- und Harnpol. Das viszerale Blatt der Bowman'schen Kapsel bildet mit BM und Endothel die Blut- Harn- Schranke.
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Abb. 9
Die Podozyten ragen mit ihren Zellleibern in den Harnraum. Sie umgeben die Kapillaren mit ihren Füsschen.

 

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Der Kapillarknäuel mit gefenstertem Endothel ohne Diaphragma besteht aus ca. 30 Schlingen, die vom viszeralen Teil der Bowman'schen Kapsel, den Podozyten mit ihren füsschenartigen Fortsätzen umgeben werden. Zwischen der Podozytenschicht und dem Endothel liegt die glomeruläre Basalmembran mit:

  • Lamina lucida externa (zur Podozytenseite hin)
  • Lamina densa (Vereinigung der beiden Laminae densae)
  • Lamina lucida interna (zur Endothelseite hin)

Die Podozyten haben viele Fortsätze (Podozytenfüsschen), die fingerartig ineinandergreifen und nur einen engen Spalt frei lassen. Dieser Spaltraum ist mit einem Schlitzdiaphragma ausgestattet, das die eigentliche Filtrationsbarriere der Podozyten darstellt.

Andererseits stabilisieren die intraglomerulären Mesangiumzellen mit kontraktilen extrazellulären Mikrofilamenten die Kapillarwände. Auch sind sie zur Phagozytose fähig.

 
Abb. 10 - Blut-Harn-Schranke  Legende
  Abb. 10
Der Ureter zeigt im Leerzustand auf Grund von Längsfalten der Tunica mucosa ein sternförmiges Lumen. Die Tunica muscularis ist in Spiralen angeordnet und erscheint deshalb mehrschichtig.

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Dieses Schlitzdiaphragma wird u. a. durch das transmembranäre Protein Nephrin mit einem intra- und einem extrazellulären Anteil gebildet. Die extrazellulären Nephrinanteile zweier Podozytenfortsätze greifen reissverschlussartig ineinander und bilden so in der Mitte eine Membran, die Schlitzmembran, lassen aber seitlich Poren offen für Moleküle mit kleinerem Durchmesser.

 
Abb. 11 - Blut-Harn-Schranke im EM Abb. 12 - Schema der Blut-Harn-Schranke Legende
    Abb. 11
Die drei Schichten der Blut- Harn- Schranke sind sichtbar. Das Schlitzdiaphragma durchspannt den Raum zwischen zwei Podozyten- füsschen.
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Abb. 12
Das Schlitzdiaphragma wird durch das Protein Nephrin gebildet.

 

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Die Hauptaufgabe dieser Filterbarriere ist es, Wasser und kleine gelöste Bestandteile des Blutes durchzulassen, jedoch Proteine zurückzubehalten. Der Filter besitzt also für Makromoleküle je nach Grösse, Form und elektrischer Ladung eine gewisse Selektivität. Nach Grösse zu selektionieren ist vor allem Aufgabe der Lamina densa der BM und des Schlitzdiaphragmas. Die Ladungsselektivität äussert sich darin, dass negativ geladene Teilchen wegen der ebenso negativ geladenen Glykokalix und der Lamina lucida der BM schlechter filtriert werden.

Störungen dieser Filterbarriere äussern sich unter anderem mit einer Proteinurie.

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